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Anerkennung ja, Gleichstellung nein

Die EU wird zwar pragmatischer, definiert CO2-neutrale Treibstoffe und führt eine neue Fahrzeugklasse ein, aber verpasst es, bei der CO2-Flottenregulierung, voll auf Technologieoffenheit zu setzen. Dabei hätten die Fahrzeughersteller die nötigen LKW-Modelle, um schon heute dank Biogas und Bio-LNG/LBG im Tank die Energiewende voranzubringen – wie dies auch die neuen Iveco-Modelle für 2024 zeigen.

Bio-LNG/LBG ist in den Regulierungsrahmen für CO2-Flottengrenzwerte aufgenommen worden. Quelle: Zukunft Gas

Das EU-Parlament hat den Bericht über die Überarbeitung von CO2-Emissionsnormen für neue schwere Nutzfahrzeuge (Verordnung 2019/1242) Mitte November angenommen. Demnach sollen die Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge bis 2040 um 90 Prozent sinken. Die Entscheidung, dabei auch fortschrittliche Biotreibstoffe, Biogas sowie erneuerbare Biotreibstoffe unabhängig vom Aggregatzustand – somit auch verflüssigtes Biogas: Bio-LNG/LBG – in den Regulierungsrahmen für CO2-Flottengrenzwerte aufzunehmen, ist für Timm Kehler, Vorstand Zukunft Gas und NGVA-Präsident, ein erfreuliches Signal für mehr Technologieoffenheit.

«Die Anerkennung von Bio-LNG durch das EU-Parlament ist ein entscheidender Schritt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und gleichzeitig einen schnellen und wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten», hält Kehler fest. «Es ist essenziell, dass wir verschiedene Technologien unterstützen, um eine umfassende und effektive Energiewende zu erreichen.» Die Dekarbonisierung des Verkehrssektors ist und bleibt eine der grössten Herausforderungen der Energiewende. LKW mit LNG-Antrieb emittieren bis zu 20 Prozent weniger CO2 als Diesel-LKW. Wird Bio-LNG/LBG eingesetzt, fahren sie nahezu klimaneutral.

Auch die European Biogas Association begrüsst es, dass der bedeutende Beitrag von Biogas zur Dekarbonisierung durch die Einführung einer Definition des CO2-neutralen Treibstoffs im Einklang mit den Nachhaltigkeitskriterien der Erneuerbare-Energien-Richtlinie anerkannt wird. Nur enthält der angenommene Bericht bedauerlicherweise keinen Mechanismus, um den Beitrag von erneuerbaren Treibstoffen zur Dekarbonisierung des Verkehrs zu berücksichtigen. «Für die Biogas- und Biomethan-Wertschöpfungskette ist es erfreulich, dass das Europäische Parlament die Rolle zur Reduzierung der CO2-Emissionen anerkennt», erklärte Giulia Laura Cancian, EBA-Generalsekretärin. «Andererseits hat der Gesetzgeber die Chance verpasst, dem Biogassektor die notwendigen gleichen Wettbewerbsbedingungen zu bieten.»

Schick und zudem dank CNG- oder LNG-Antrieb auch klimaschonend unterwegs, der Iveco S-Way Modelljahr 2024. Quelle: Iveco

Immerhin scheint der Weg frei für Biogas und verflüssigtes Biogas, wenn auch gleichzeitig beispielsweise in Deutschland ab 2024 die Mautbefreiung für CNG-LKW fällt. Eine verpasste Chance für eine sofortige Gleichstellung mit Elektro- und Wasserstoff-LKW, die erst bei der Überprüfung der CO2-Emissionsnormen der EU im Jahr 2027 wieder ein Thema sein dürfte. Und eine verpasste Chance für eine rasche Energiewende im Schwerverkehr, denn die Fahrzeughersteller hätten heute schon passende Lösungen bereit, wie dies Iveco mit der Präsentation seiner neuen Modellreihen für 2024 eindrücklich unter Beweis stellt.

Das neue Design und Logo stehen der gesamten Iveco-Modellpalette gut. Quelle: Iveco

Iveco hat seine gesamte Modellpalette mit einem Upgrade und dem neuen Design und Iveco-Logo versehen. Viel spannender aber: S-Way und X-Way fahren ausser mit verbesserter Aerodynamik auch mit Technologien wie vorausschauendem Fahren per GPS und natürlich den neuen, besonders effizienten xCursor-13-Motoren vor. Die CNG-Varianten sind sogar leistungsstärker geworden. Sie bieten nun 500 PS und 2200 Nm bei bis zu elf Prozent tieferem Verbrauch. Neben einer Geräuschreduzierung gegenüber einem vergleichbaren Diesel sind die CNG-Iveco dank Biogas nahezu CO2-neutral unterwegs – ohne Abstriche bei Einsatzmöglichkeiten.

Auch die X-Way-Varianten profitieren neben den zukunftsträchtigen Antriebversionen von verstärkten Luftfederungen vorne und weiteren Updates. Quelle: Iveco

S-Way und X-Way verfügen neu über eine verstärkte vordere Luftfederung mit Luftbälgen mit hohem Hub und erhöhtem 9,0 t GAW. Diese vollluftgefederte Konfiguration wird für eine breitere Palette von Fahrgestellen angeboten, einschliesslich ON+-Aufbau, 6×4 und 8×4 Tridem. Und die 6×2-Fahrgestelle profitieren auf Wunsch von einer verstärkten Nachlaufachse mit 9,0 Tonnen, die sich besonders für Müllabfuhren mit Hecklast und für Hecküberhangkrane eignet.

Der Iveco Eurocargo ist mit neuem 6,7-Liter-CNG-Aggregat in den drei Leistungsvarianten (220 PS, 250 PS und 280 PS) erhältlich. Quelle: Iveco

Auch der Iveco Eurocargo fährt mit einem neuen 6,7-Liter-CNG-Aggregat vor, und zwar in drei Leistungsvarianten (220 PS, 250 PS und 280 PS). Neben mehr Hubraum und Leistung ist er im Vergleich zum Tector-7-Diesel bis zu zehn Prozent effizienter, und die 115-Liter-Tank-Option verbessert seine Reichweite ohne Einbussen beim Ladevolumen enorm. Auch der überarbeitete Iveco Daily ist weiterhin in einer CNG-Version erhältlich. (pd/jas, 28. November 2023)

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