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Volvo Trucks
 
 

Jeder Tropfen Treibstoff zählt

Volvo Trucks hat soeben eine neue Motorenplattform vorgestellt, die mit verschiedenen alternativen Treibstoffen kompatibel ist, beispielsweise Biodiesel, HVO oder auch Bio-LNG/LBG. So können Spediteure weitere Schritte in Richtung fossilfreien Transports unternehmen, auch wenn beispielsweis in der Schweiz unterstützende Rahmenbedingungen fehlen.


Dank des neuen 13-Liter-Aggregats ist dieser LKW in Zukunft noch effizienter unterwegs. Quelle: Volvo Trucks

Im Gütertransport und Schwerverkehr zählt jeder Tropfen Treibstoff, ob für die Nachhaltigkeit oder bezüglich der Transportkosten, doch Leistung, Drehmoment und Zuverlässigkeit sind ebenso wichtig. Normalerweise geht die Steigerung der Motorleistung auf Kosten der Treibstoffeffizienz. Die neue 13-Liter-Motorenplattform von Volvo Trucks, die sowohl Diesel- als auch Gasmotoren umfasst, ist so gestaltet, dass sie diesen Kompromiss überflüssig macht. Mats Morén, Chief Engineer Powertrain bei Volvo Trucks, erinnert sich an den Entwicklungsstart 2021: «Uns war klar, dass wir eine einzige, globale Motorenplattform brauchten, die die strengeren Emissionsanforderungen erfüllen, die Effizienz verbessern und die Leistung auf allen Märkten steigern konnte.»

Statt kleiner Anpassungen konzipierten die Ingenieure den Motor als vollständig integriertes System neu. Der neue Turbolader mit variabler Geometrie wurde zu einem Eckpfeiler der Leistungsverbesserungen. Gepaart mit einem höheren Zylinderspitzendruck, einer höheren Verdichtung und einem innovativen Kolben im Wellen-Design ermöglichte er eine effizientere Verbrennung. «Jede Komponente für sich ist beeindruckend», erläutert Mats Morén. «Aber zusammen definieren sie völlig neu, was ein Hochleistungsmotor leisten kann.»

Der neue 13-Liter-Dieselmotor für LKW leistet jetzt bis zu 560 PS, während der gasbetriebene Motor ein beeindruckendes Drehmoment von 2800 Nm liefert, 300 Nm mehr als sein Vorgänger. Die Verbesserung der Treibstoffeffizienz ist bei allen Fahrweisen sofort spürbar, was sich in niedrigeren Betriebskosten und einer geringeren Umweltbelastung niederschlägt. Der neue gasbetriebene Motor wird in vielen Konfigurationen die Klasse 3 erreichen. In Regionen, in denen Strassenmautgebühren an die CO₂-Leistung gekoppelt sind, führt dies unmittelbar zu geringeren Kosten pro Kilometer. Die neue Motorengeneration ist zudem mit verschiedenen alternativen Treibstoffen kompatibel – Biodiesel, HVO und Bio-LNG/LBG.

Das neue 13-Liter-Aggregat leistet bis zu 560 PS und liefert ein beeindruckendes Drehmoment von 2800 Nm, 300 Nm mehr als sein Vorgänger. Quelle: Volvo Trucks

Passend dazu kam Anfang Mai von der EU der Entscheid, die marktorientierte Klimapolitik voranzutreiben. Es gibt Mauterleichterungen und flexibilisierte CO₂-Vorgaben für LKW-Hersteller. Damit können emissionsfreie Lastwagen und Busse bis zum 30. Juni 2031 von Maut- und Nutzungsgebühren befreit oder deutlich günstiger gestellt werden. Erst im März hatte das Europäische Parlament einer Anpassung der CO₂-Regulierung für schwere Nutzfahrzeuge zugestimmt. An ihren langfristigen Reduktionszielen für schwere Nutzfahrzeuge hält die EU jedoch fest.

Durch diese Entscheide verliert die Schweiz mit ihren strengeren Vorschriften zunehmend an Boden. «Die EU hat ihren Kurs konsequent korrigiert und zeigt, dass Klimapolitik und wirtschaftliche Realität zusammen gedacht und umgesetzt werden müssen», hält dazu Thomas Rücker, Direktor von Auto-Schweiz, fest. «Die Transformation im Nutzfahrzeugsektor gelingt nur bei einem funktionierenden Ökosystem.» Die Schweiz setze mit ihren aktuellen Rahmenbedingungen und trotz fast 1000 neu immatrikulierten Elektro-Lastwagen über 3,5 Tonnen im Jahr 2025 sowie einem Marktanteil von über 22 Prozent – dem höchsten Wert in Europa – ihre Vorreiterrolle aufs Spiel.

Die Schweiz vergibt zudem, unter anderem durch die aktuelle Ausgestaltung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für emissionsfreie Lastwagen, auch die Chance, mehr CNG- und LNG-Fahrzeuge, die mit Biogas oder Bio-LNG/LBG im Tank nahezu CO2-neutral unterwegs sein könnten, auf die Strasse zu bringen. Dabei zeigen Beispiele aus dem nahen Ausland, wie etwa bei Remondis, einem der weltweit grössten Dienstleister für Recycling, Wasserwirtschaft und kommunale Services, welches Potenzial in der Nutzung von erneuerbaren Gasen liegt. In Deutschland hat das Unternehmen aktuell rund 100 Biogas-Fahrzeuge im Einsatz, von kleineren Kommunalfahrzeugen und Sammelfahrzeugen über Abroll- und Absetzkipper bis zu Sattelschleppern.

Ein Remondis-Chauffeur betankt sein Kehrichtsammelfahrzeug mit CNG-Antrieb. Quelle: Westfalen AG

Bei Remondis liegt das CO₂-Einsparpotenzial im Vergleich zum Einsatz von fossilem Diesel pro Fahrzeug bei rund 35,8 Tonnen CO₂ pro Jahr. Auf die aktuell eingesetzte Biogas-Flotte hochgerechnet ergibt sich somit eine Einsparung von rund 3580 Tonnen CO₂ pro Jahr. Um die gleiche Menge an CO2 zu kompensieren, wäre beispielsweise eine riesige Waldfläche mit 286’000 Bäumen nötig. Diese Einsparungen sind zudem sofort umsetzbar, ohne den Aufbau einer zusätzlichen Infrastruktur, nur durchs Tanken von Biogas oder Bio-LNG/LBG. Von daher ist es schade, dass es in der Schweiz zwar einzelne Akteure gibt, die freiwillig auf Biogas setzen, der nachhaltige Treibstoff aber nicht explizit gefördert wird. Denn wird Biogas gezielt dort eingesetzt, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist und es sich ohne grössere Anpassungen in betriebliche Abläufe integrieren lässt, besteht ein eindrücklicher Hebel, um die Emissionen im Schwerverkehr massiv und sofort zu verringern. Und unter anderem mit den neuen Volvo Trucks gibt es ja auch die passenden Zugfahrzeuge dazu… (pd/jas, 13. Mai 2026)

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