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Nestlé nutzt Kreislaufwirtschaft
Nestlé/Henniez
 
 

Nestlé nutzt Kreislaufwirtschaft

Wasserschutz und Umweltschutz gehen dank der Biogasanlage in Henniez VD Hand in Hand. Dadurch lassen sich jährlich 3000 Tonnen CO2 einsparen.

Quelle: Nestlé/Henniez/C. Egger

Auch der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern mit Sitz in Vevey VD, die Nestlé S.A., bemüht sich seit Jahren um mehr Nachhaltigkeit und setzt dazu unter anderem auf die Kreislaufwirtschaft. Das Tochterunternehmen Nestlé Waters beispielsweise regeneriert die Ökosysteme rund um die 48 Nestlé-Waters-Standorte weltweit, so dass die Natur ab 2025 mehr Wasser zurückbehalten kann als das Wassergeschäft von Nestlé ihr entnimmt. «Wir wollen nun über den Schutz von Wasserquellen hinausgehen und an allen Standorten einen Beitrag zur Regeneration und Wiederherstellung von Wasserkreisläufen leisten», so Cédric Egger, Head of Sustainability bei Nestlé Waters.

Doch nicht nur die Wasserkreisläufe sind für den Grosskonzern spannend, sondern die Kreislaufwirtschaft ganz allgemein. Ein Beispiel dafür ist die 2016 eingeweihte, grösste landwirtschaftliche Biogasanlage der Schweiz in Henniez VD, aus der das gleichnamige, schweizweit bestens bekannte Mineralwasser stammt. Sie steht auf einem Grundstück von Nestle Waters gleich neben den Henniez-Abfüllanlagen und wird vom Energieversorger Groupe E Greenwatt betrieben. Um eine potenzielle Verunreinigung des berühmten Quellwassers zu verhindern, werden hier jährlich rund 30’000 Tonnen Hofdünger von 25 landwirtschaftlichen Betrieben der Region Broye nördlich von Lausanne gesammelt.

Marc Menoud betreut die Biogasanlage und ist erklärter Fan von CO2-neutralen Energien. Quelle: Nestlé/Henniez

Diese Gülle wird dann zusammen mit Kaffeesatz aus der nahegelegenen Recyclinganlage der Nespresso-Kapseln sowie Abfälle aus den Nescafe- und Nespresso-Fabriken vermischt und dann in den grossen Vergärungssilos verarbeitet. So entsteht eine nachhaltige und CO2-neutrale Energiequelle: Biogas. Wird es für die Mobilität genutzt, sind die CNG-Fahrzeuge – egal, ob ein Kleinwagen oder ein grosser Lastwagen – damit nahezu CO2-neutral unterwegs. Da die gleiche Menge an CO2 entstehen würde, wenn die Biomasse einfach ungenutzt verrotten würde.

Aber auch hochwertiger und geruchloser Biodünger, den die Landwirte in der Region wieder für ihre Felder nutzen können, entsteht beim Prozess. Die Henniez-Biogasanlage erzeugt jährlich 6,8 Gigawattstunden Strom, der ins Schweizer Stromnetz eingespeist wird, was dem Stromverbrauch von rund 1500 Haushalten entspricht. Zudem liefert die Anlage auch 7 Gigawattstunden Wärme, wovon ein Teil gleich wieder in der nahegelegenen Henniez-Abfüllanlage genutzt wird. So kann diese zu rund 80 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

Quelle: CNG-Mobility.ch

Dieses Kreislaufmodell ermöglicht jährliche Einsparungen von mehr als 3000 Tonnen CO2, was einer Autofahrt von 20 Millionen Kilometern oder 165’290 Mal der Strecke Zürich – Bern entspricht.  «Die Initiative von Nestlé Waters zeigt, dass Industrie und Umweltschutz keine Gegensätze mehr sind», erläutert Yannick Escher, Gemeindepräsident von Henniez zufrieden. «Sie motiviert die Gemeinden und jeden einzelnen von uns, sich für eine realistische nachhaltige Entwicklung einzusetzen.» (jas, 2. August 2021)

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