Portal für klimafreundlichere Mobilität

Krummen Kerzers AG
Krummen Kerzers AG
 
 

CO2-Sparen mit jedem Kilometer

Die Politik hat den Weg freigemacht für einen Güterverkehr mit klar geringeren Emissionen. Mit der Krummen Kerzers AG erläutert ein Pionier, was der LSVA-Entscheid für die Transportbranche bedeutet. Und welchen Einfluss die LSVA-Reduzierung für Trucks mit fossilfreiem Antrieb haben könnte.

Krummen Kerzers AGBei Krummen Kerzers AG sind aktuell bereits 25 LNG-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken im Einsatz. Quelle: Krummen Kerzers AG/Lidl

Vergangene Woche hat nach dem Ständerat auch der Nationalrat entschieden, dass nicht mehr nur Lastwagen mit elektrischem Antrieb von einer LSVA-Befreiung beziehungsweise LSVA-Reduzierung profitieren, sondern auch weitere fossilfreie Antriebe. Die Annahme der Motion und die Anerkennung der biogenen Treibstoffe bei der Berechnung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe ist ein grosser Erfolg für den Verband der Schweizerischen Gasindustrie. Damit ebneten die Politiker den Weg für einen Güterverkehr mit klar geringeren Emissionen und anerkennen die Bedeutung, die Biogas und andere erneuerbare Gase beim Erreichen des Netto-Null-Ziels bis 2050 spielen.

Ein Logistikunternehmen, das diesen Weg schon vor dem LSVA-Entscheid freiwillig eingeschlagen hat, ist der 1969 gegründete, international agierende Logistikdienstleister, die Krummen Kerzers AG. Als erstes reines Logistikunternehmen in der Schweiz ist Krummen Kerzers 2018 der Initiative «Lean & Green» beigetreten und hat sich damit verpflichtet 20 Prozent seiner CO2-Emissionen zu reduzieren. Der Grundgedanke dahinter: ökologischen Nutzen mit ökonomischen Vorteilen verbinden. Denn der betriebliche Umweltschutz und das nachhaltige Wirtschaften schafft neben finanziellen Einsparungen auch handfeste Vorteile für die Kunden der Krummen Kerzers AG.

Krummen Kerzers AGDie Brüder Peter und Hans Krummen setzten schon vor dem LSVA-Entscheid in Bern auf LNG-Trucks sowie möglichst emissionsarme Fahrzeuge. Quelle: Krummen Kerzers AG

Bereits seit Mai 2018 arbeitet beim Unternehmen aus Kerzers ein Fahrercoach, der die Fahrerinnen und Fahrer aktiv im Berufsalltag unterstützt und durch gezieltes Training unter anderem den Treibstoffverbrauch reduzieren hilft. Zudem wird stets an optimierter Tourenplanung gearbeitet, um schwache Auslastung und hohe Leerkilometeranteile zu minimieren. Dank Neuerungen beim Transport-Management-Systems WinSped kann der Logistikdienstleister seit November 2020 seine Transporte noch effizienter planen und durchführen. «Die Datenmengen in der Logistik wachsen von Jahr zu Jahr und mit ihnen die Ansprüche an die Softwarelösungen», erklärt Geschäftsführer Peter Krummen. «Die Erneuerung unserer Dispo-Software ist daher auch eine Investition in die Zukunft.»

Auch bei den Antrieben hat die Krummen Kerzers AG bereits in die Zukunft investiert und setzt unter anderem auf LNG-Trucks. Mittlerweile sind bereits 25 LNG-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken im Einsatz. Bis 2021 sollen so insgesamt 30 Fahrzeuge mit herkömmlichem Dieselmotor ersetzt werden. «Als Transportunternehmen tragen wir massgeblich zum Schwerverkehrsaufkommen bei. Durch die Abkehr vom Diesel können wir die dabei entstehenden Umweltbelastungen aber reduzieren», erläutert Peter Krummen. Gegenüber konventionellen Verbrennungsmotoren lassen sich mit LNG- oder CNG-LKW rund 15 Prozent des CO2-Ausstosses und bis zu 95 Prozent der Feinstaub-Emissionen einsparen. Sind die Trucks mit Schweizer Biogas unterwegs, sind es CO2-Einsparungen von bis zu 85 Prozent.

Krummen Kerzers AGDank modernster Dispo-Software können die Leerkilometeranteile minimiert werden. Quelle: Krummen Kerzers AG

Um als erster Spediteur in der Schweiz LNG-Fahrzeuge einsetzen zu können, musste das Unternehmen gar selbst die zuverlässige Versorgung mit Liquefied Natural Gas sicherstellen. Tankstellen für den alternativen Treibstoff gab es damals hierzulande nicht. «Wir haben an strategisch günstigen Punkten LNG-Tankstellen errichtet und damit die Basis für schweizweite LNG-Transporte geschaffen», so Krummen. Welchen Einfluss hat nun die baldige LSVA-Reduzierung für Trucks, die mit Biogas oder verflüssigtem Biogas (LBG, Liquefied Bio Gas) unterwegs sind, auf die Strategie bei Krummen Kerzers? «Wir haben den Entscheid natürlich sehr begrüsst», so Peter Krummen. «Wir haben uns im Hinblick auf einen solchen Entscheid schon früh neu aufgestellt. Waren aber lange nicht sicher, ob eine LSVA-Reduktion für fossilfreie Antriebe wirklich durchkommt.»

Krummen Kerzers AG - LidlDer international agierende Logistikdienstleister Krummen Kerzers AG sagt dem Diesel ganz bewusst «Goodbye». Quelle: Krummen Kerzers AG/Lidl

Was bedeutet der Entscheid für die Branche? Sollte man sich als Spediteur nun für Biogas- und LBG-Antriebe interessieren? «Eigentlich schon, nur ist immer noch eine gewisse Skepsis gegenüber CNG- und LNG-Antrieben spürbar. Ein grosser Hype herrscht dagegen momentan gerade punkto Wasserstoff-Trucks», erläutert Peter Krummen, «aber vor allem für kleinere Unternehmen könnte CNG- und LNG-Trucks durchaus spannend werden». Wasserstoff-Trucks seien erst gerade dem Prototypen-Stadium entwachsen, demgegenüber seien Truck, die mit Biogas oder LBG unterwegs sind, mit einer bereits erprobten, zuverlässigen Technologie ausgestattet.

Und mit der baldigen Reduzierung der LSVA hat dieser fossilfreie Antrieb für Nutzfahrzeuge gerade einen weiteren Pluspunkt für seinen sofortigen Einsatz verbuchen können. (pd/jas, 22. Dezember 2020)

Das könnte Sie auch interessieren

Klimafreundlichere Mobilität:
Dank unserem LinkedIn-Profil bleiben Sie am Ball!